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Die fleißige Ameise Lilly - Glück gehabt

 "Lauf Bello, lauf." Sind die letzten Worte, die Lilly vernimmt. Die Erde unter ihr beginnt zu beben, ein kräftiger "Rums" und langsam verhallt das Donnern  in der Ferne. Schlagartig wird es wieder hell und der ganze Spuk ist vorbei. Ihr schlottern immer noch die Knie und ihr Puls rast. Auf diesen Schreck muss sie erst einmal einen kräftigen Schluck Ameisen-Limonade zu sich nehmen. Zu ihrer Überraschung entdeckt sie noch ein Tütchen Ameisen-Bärchen in den buntesten Farben. Es gibt nichts, was so gut schmeckt, wie diese klebrig süßen Köstlichkeiten. Genussvoll kaut sie ein Bärchen nach dem anderen, nimmt noch einen kleinen Schluck Ameisen-Limonade und lässt es sich nach dieser Aufregung gut gehen. 

 

Nachdem sie alles sorgfältig verstaut hat, setzt sie ihr Ränzlein auf und ist bereit für die Weiterreise. Dieses unschöne Erlebnis, auf das sie gerne verzichtet hätte, kostete schon genug Zeit. Aber wie heißt es so schön: aufstehen,  schütteln, Frisur richten und weiter gehen.

 

Beschwingt und voller Abenteuerlust marschiert Lilly los und ist sehr gespannt, was ihr auf ihrer Reise noch so alles begegnen wird.

 

So vergeht die Zeit wie im Flug, während Lilly in ihren Tagträumen versinkt. Aus der Ferne dringen bekannte Laute zu ihr. Das hört sich ja fast so schön an, wie die Musik ihres Ameisen-Orchesters, in dem sie selbst kräftig auf die Pauke gehauen hat. "Da muss ich hin.", denkt sie und legt einen ordentlichen Zahn zu. Die Musik wird immer lauter und Stimmengewirr mischt sich unter die schönen Klänge. Inzwischen steht die Sonne tief am Himmel und ist bereit, sich für diesen Tag zu verabschieden. 

 

Vor Lillys Augen erscheint ein, von Bergen umgebener, wundervoller See, der in der Abendsonne glänzt und ein wundervolles Bild auf der Wasseroberfläche zeichnet.  Leichte, wellenartige Bewegungen lassen die kleinen Boote auf dem großen See hin und her wiegen. Viele Menschen haben sich hier versammelt und lauschen der wohlklingenden Musik und bewegen sich irgendwie eigenartig zu den Klängen. Dennoch gefällt ihr, was sie da zu sehen bekommt und nähert sich ohne Furcht dieser Truppe ausgelassener Erdenbewohner. Inzwischen ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden. Etwas Leuchtendes und Knisterndes gibt eine wohlige Wärme ab und viele dieser Gestalten haben sich dort niedergelassen. Lustig und ausgelassen plappern sie durcheinander, wie ein wild gewordener Ameisenhaufen.

 

Da Lilly nun auch etwas fröstelt, kommt sie immer ein Stück näher. Was für ein lauschiges Plätzchen. Perfekt für ein Nachtlager. Sie schnallt ihr Ränzlein ab, legt es in der Nähe der Erdenbewohner ab, um auch etwas von der wohligen Wärme ab zu bekommen. Noch ein kleiner Happen zur Nacht, der ihr just in diesem Moment, in Form einer Fliege, vor die Füße fällt. Dann legt sie sich mit der nötigen Bettschwere nieder. Was für ein Tag.

 

So kann die Reise weiter gehen,  denkt sie und versinkt im Klang der herrlichen Musik in einen tiefen Schlaf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Ines (Dienstag, 03 April 2018 09:14)

    Was für eine schöne Geschichte, ich lese gern weiter.